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Termine  

jeden Freitag um 18.30 Uhr findet ein Gottesdienst statt

jeder zweiten Sonntag im Monat von 14.00 - 16.00 Uhr zur Besichtigung geöffnet

Hl. Messe am Antoniustag (17. Jan.) um 10.00 Uhr

Samstag vor Palmsonntag Sternwallfahrt der Matthiasbruderschaften des Bezirks linker Niederrhein. Hl. Messe um 15.00 Uhr in der Grünanlage der Kapelle

Trauermette am Karfreitag

Hl. Messe am Festtag Christi Himmelfahrt

Hl. Messe am Sonntag nach Mariae Geburt um 10.00 Uhr

Mitternachtsmette an Heiligabend (24. Dez.) in der Geburtsgrotte um 23.30 Uhr

Kindersegnung am 28. Dez. "Tag der Unschuldigen Kinder" um 16.00 Uhr

Krisenzeiten

Die Inschrift von 1772 zeugt von einer ersten ernsten Krise Klein-Jerusalems. Rund 100 Jahre nach dem Tode des Stifters war es nicht mehr möglich, aus der Stiftung, mit der er sein Werk auf Dauer hatte sichern wollen, die Kirche instand zu halten. Das Gebäude war stark beschädigt. 

Wegweiser von 1663  [12]

Die Minoriten, die in Neersen eine kleine Niederlassung besaßen, retteten Kapelle und Wallfahrt. Sie richteten aber Klein-Jerusalem nicht einfach wieder her, sondern erweiterten das Gebäude beträchtlich, nach Westen um ein weiteres Fenster, in der Höhe um mehr als einen Meter. Die Oberkirche dürfte erst jetzt die gewölbte Decke erhalten haben. Ein in der Oberkirche aufbewahrter Abdruck des Wegweisers, den Vynhoven 1663 hatte drucken lassen, um für seine Wallfahrt zu werben, zeigt uns das ursprüngliche Aussehen der Kapelle.
 
Eine zweite Krise erlebte Klein-Jerusalem in der Franzosenzeit. Schon 1794 hatten französische Truppen das linke Rheinufer besetzt, durch den Friedensvertrag von Lunéville kam es 1801 an Frankreich. Die geistlichen Güter gingen durch Gesetz vom 9.6.1802 weitgehend in den Besitz des Staates über, so auch das Neersener Minoritenkloster und die Kapelle Klein-Jerusalem. Sie diente französischen Besatzungstruppen als Heumagazin. Ende 1803 wurde die Kapelle für 1000 Francs verkauft, im April 1804 erwarb sie der Neersener Gastwirt Becker aus dritter Hand für 3000 Francs im Auftrag des Kirchenvorstands. Die Wallfahrt blühte wieder auf. Als aber Flagellanten (Geißelbrüder) 1810 an der Kapelle auftraten, verbot die französische Regierung die Wallfahrt, drohte sogar mit dem Abriss des Gebäudes.
 
Im Jahre 1814 kam das Rheinland und damit auch Neersen an Preußen. Es sollte aber noch fünf Jahre dauern, bis die Wallfahrt wieder gestattet wurde und eine neue Blüte erlebte. Von dieser Blüte künden Prozessionsschilder aus der Gegend von Geldern am Hl. Grab.